WordPress-Blog in xt:Commerce integrieren

Zahlreiche Shopbetreiber dürften neben ihrem Shop auch noch ein Blog führen. Will man jetzt die letzten Artikel aus dem Blog in xt:Commerce oder auch xtcModified einbinden kann man versuchen, den ganzen WordPress-Krempel noch zusätzlich in den Shop zu stecken oder man geht den einfacheren Weg über den RSS-Feed des Blogs.

Die nachstehende Lösung macht genau das, benötigt php5 mit simplexml-Erweiterung (die standardmäßig installiert ist) und übernimmt auch noch gleich die Charset-Konvertierung von UTF-8 zum von xtcModified nach wie vor genutzten ISO-8859-1. Natürlich kann man das ganze noch aufbohren, etwa mit einem Caching, damit nicht bei jedem Seitenaufruf der Feed parst wird, oder ähnlichem. Das kann dann jeder individuell integrieren.

Minimale Einbauanleitung:
blog.php nach templates/xtc5/source/boxes/, FEED_URL und FEED_MAX_ITEMS anpassen.
box_blog.html nach templates/xtc5/boxes/

In templates/xtc5/source/boxes.php nach

include(DIR_WS_BOXES . 'newsletter.php');

einfügen:

include(DIR_WS_BOXES . 'blog.php');

In templates/xtc5/index.html

{$box_BLOG}

dort einfügen, wo man es haben will.

GPL. Kein Support. Wer nicht weiß, was er tut: Finger weg. Ich bin nicht verantwortlich für irgendwelche Probleme, die beim Benutzen oder Einbau auftreten. Backup machen. Immer.

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Schei� Encoding, was, Afterbuy?

Das Internet – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2011. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs UTF-8, das mit seiner viele tausend Zeichen starken Besatzung seit Lichtjahren unterwegs ist, um den fernen Planeten Afterbuy zu erreichen.

Ich hatte ja gedacht, Afterbuy wäre eine amerikanische Firma, die nach einer Expansion auf den deutschen Markt mit dem hochkomplexen Problem „Sonderzeichen” konfrontiert wurde und vor diesem kapituliert ist. Ich musste mich von Wikipedia eines besseren belehren lassen.

Afterbuy wird von vielen Multichannel-Shopbetreibern zur Auftragsabwicklung benutzt. Übernahme der Bestellung aus der Plattform (eBay, Amazon), Tracking der Bestellung, Versand der Rechnung, alles unter einem Dach. So weit, so gut.

Die Rechnung kommt als HTML-Datei daher. Und ich will hier jetzt gar nicht die Diskussion anstoßen, ob ein HTML-Dokument überhaupt eine ordentliche Rechnung sein kann, das wäre (mindestens) einen eigenen Beitrag wert, es geht mir darum, dass es Afterbuy im Jahr 2011 noch immer nicht schafft, das Dokument mit ordentlichen Sonderzeichen auszuliefern. Wahrscheinlich kauft Afterbuy das T-Shirt Schei� Encoding bei GetDigital palettenweise.

Öffnet man nämlich eine solche Rechnung in einem beliebigen Browser wird man vor allem mit �-Zeichen konfrontiert. Der geneigte Webworker denkt sich: „Naja, ist halt UTF-8 und der Browser zu blöd, das zu erkennen”. Also flugs Textkodierung geändert. Ergebnis: Immer noch �, wo eigentlich Sonderzeichen sein sollten. Und es ist egal, was man einstellt, es wird dabei bleiben. Und das schlimmste ist: Man kann das nicht einmal automatisiert beheben. Denn im Quelltext steht:

Mit freundlichen Gr��en

�? Und sowohl für ü als auch für ß? Nun, 65533 oder auch 0xFFFD ist im Unicode-Zeichensatz der Replacement Character, also eben genau jenes �, das da zu sehen ist. Irgendwo läuft da bei Afterbuy gehörig was schief. Vielleicht ist das UTF-8-Raumschiff auch schon angekommen, man hat aber niemandem bei Afterbuy gesagt, dass es keine gute Idee ist, alles, was nicht ASCII ist, durch � zu ersetzen.

Wenn man nicht jede Rechnung, die man über Afterbuy bekommt, manuell mühsam korrigieren will, wird man mit kaputten Sonderzeichen leben müssen, bis es Afterbuy mal auf die Reihe bekommt, diese korrekt in das Dokument zu schreiben. Vielleicht sollten sie Zeit und Energie aber lieber in signierte PDF-Rechnungen investieren…

Steht zu euren Fehlern, Sage!

Wir benutzen für unsere Buchhaltung den GS Buchhalter von Sage. Den kann man mit diversen Datenbanksystem betreiben, unter anderem auch mit MySQL 5, was wir dankend angenommen haben, da bei uns der Betrieb mit SageDB nicht möglich war.

Jedes Jahr gibt es für den GS Buchhalter ein Update, so auch beim Jahreswechsel von 2010 nach 2011. Dieses einzuspielen wird vom Sage-Support nicht nur empfohlen, sondern regelrecht gefordert. Während das die Jahre zuvor problemlos funktioniert hat war das dieses Mal nicht so. Diverse Vorgänge liefen in einen Fehler, die Buchhaltung konnte schlicht und ergreifend nicht arbeiten. Der Anruf beim Sage-Support brachte nur die Erkenntnis, dass da ein Fehler in unserem Server für verantwortlich sein müsste, das Update selbst wäre fehlerfrei (guter Witz am Rande, aber mir war zu dem Zeitpunkt nicht nach Lachen).

Nachdem ich von der Buchhaltung eine SQL-Fehlermeldung bekommen habe war mir schnell klar, wo das Problem ist und es war auch genauso schnell klar, dass es durch das Update ausgelöst wurde:

Illegal mix of collations (latin1_german1_ci,IMPLICIT) and (latin1_swedish_ci,IMPLICIT) for operation ‘=’.

Da die komplette Datenbank und alle darin enthaltenen Tabellen vom Sage-Installer (bzw. vom Updater) angelegt wurden geht die falsche Kollation ganz klar zu Lasten von Sage.
Denn die Tabelle mand hat als Kollation latin1_swedish_ci, während alle darin enthaltenen Tabellen die Kollation latin1_german1_ci haben. Naja, nicht ganz alle. Nach dem Update existierten drei Tabellen, die auch latin1_swedish_ci als Kollation nutzten: sage_auf_ratenzahlung, sage_fib_buchungstexte_termine und sage_fib_buch_split. Offensichtlich hat der Updater die Kollation dieses Mal nicht explizit angegeben und daher wird die Kollation der Datenbank benutzt. Joins, die sowohl alte Tabellen als auch diese drei mit abweichender Kollation umfassen, laufen zwangsläufig in einen Fehler.

Man kann das Problem lösen, indem man die Kollation der Tabellen händisch auf latin1_german1_ci ändert, auch die Datenbank selbst sollte man ändern, denn der nächste Sage-Updater hat eventuell genau den gleichen Bug und legt wieder Tabellen ohne explizite Kollationsangabe an.

Und was schreibt der Sage-Support, explizit auf die Punkte angesprochen?

Bei dem von Ihnen benannten Sachverhalt handelt es sich nicht um einen Programmfehler.

Nein, natürlich nicht. Und die Erde ist eine Scheibe!

Neue Website für den „Verein die Schwarzwalduhr”

Produktverantwortung hört für uns nicht an der Kasse auf. Und so sind wir bereits von Anfang an Mitglied im „Verein die Schwarzwalduhr”, der sich dem Erhalt und der Fortentwicklung des Produkts „Kuckucksuhr” verschrieben hat und dessen Zertifikat dafür garantiert, dass man eine echte Schwarzwalduhr mit mechanischem Uhrwerk in den Händen hält.

Und seit kurzem haben wir noch ein Stück mehr Verantwortung übernommen, denn der geschätzte Kollege wurde auf der Mitgliederversammlung des Vereins zum „Internet-Beauftragten” gewählt.

Die erste Tat in diesem neuen Amt war, dem in die Jahre gekommenen Internetauftritt des VdS ein neues, modernes Aussehen zu geben und das Angebot um neue Aktionen des VdS zu erweitern, die auf der alten Homepage nicht repräsentiert wurden.

VdS-Website vor dem Relaunch

Nicht nur wurde das bestehende Joomla-System durch WordPress ersetzt – wir haben die Gelegenheit auch genutzt, um den zweisprachigen Auftritt, der bislang auf einer Domain lief, unter zwei für die jeweiligen Sprachen passenden Internetadressen erreichbar zu machen. So ist der englischsprachige Auftritt unter www.black-forest.org zu erreichen während sich die deutsche Seite unter www.v-ds.org befindet.

Neue deutschsprachige VdS-Seite

Sprechende URLs und saubere Redirects von den alten Inhalten sind dabei natürlich eine Selbstverständlichkeit.

Beide Auftritte kommen im gleichen Look-and-Feel daher, der mit der grünen Farbe den Lebensraum Schwarzwald symbolisiert und mit dem Holz im Hintergrund eines der wichtigsten Grundprodukte einer jeden Kuckucksuhr.

Zu den Neuerungen des Auftritts zählen hochwertige Herstellerseiten und die Integration der VdS-Videos, die in Bild und Ton bei der Erstinbetriebnahme einer Kuckucksuhr oder bei auftretenden Problemen unterstützen – in mittlerweile sechs Sprachen!

Für die Zukunft sind regelmäßige News und eine Erweiterung des Herstellerbereichs bereits in Planung.

PHP User Group Frankfurt

Die PHP User Group Frankfurt hatte geladen und alle sind gekommen. Naja, sagen wir zwanzig Interessierte mit mehr oder weniger Entwicklerhintergrund. Den gemütlichen Teil musste ich leider ausfallen lassen, denn:

Server sind wie kleine Kinder. Man sollte sie nie ohne Babysitter alleine daheim lassen…

Beim nächsten mal dann. Die Vorträge:

Testen von untestbarem Code

Stefan Hochdörfer mit einem sicherlich interessanten Vortrag, der in mir aber, mal wieder, die Erkenntnis freigesetzt hat, dass ich mich endlich mal mit dem Thema Unit-Tests auseinandersetzen muss. Denn untestbarer Code dürfte hier genug rumfliegen.

Enterprise Search Server meets Enterprise CMS

Hochinteressant, der Vortrag von Ingo Renner, der seit zwei Jahren an der Hochzeit von Apache solr und typo3 arbeitet – und bereits einige wirklich nette Implementierung vorführen konnte.
typo3 interessiert mich ja jetzt nicht so sehr, aber solr habe ich mir immer mal wieder angesehen, war aber nie bereit, mir dafür irgendwo einen Tomcat-Server hinzustellen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Die Suche in unseren Shops stinkt. Ja, die ist schon besser als die ‘normale’, aber so richtig gut und vor allem technisch ausgereift ist was anderes. Ich glaube, da muss ich mich nochmal reinarbeiten. Tomcat hin oder her.

Fazit

Hat Spaß gemacht und nächstes Mal habe ich dann hoffentlich keinen Servern das Händchen zu halten. Das nächste Meeting ist, wenn man nicht noch kurzfristig was anderes ausgemacht hat, am 31. März.

503: Statuscode bei Problemen

Nichts wirklich neues erzählen Tomer Honen und Kaspar Szymanski in Googles Webmaster-Zentrale zum Umgang mit geplanten Wartungszeiten einer Website, aber noch immer sieht man viel zu oft Seiten, die für jeden noch so unpassenden Fall einen Statuscode 200 ausliefern, deshalb will ich es auch hier noch einmal aufgreifen.

Denn nicht nur für den Fall, dass eine Seite nicht gefunden wurde oder jetzt unter einer anderen URL erreichbar ist gibt es Statuscodes, auch, dass eine Seite kurzzeitig einmal nicht erreichbar ist, regelt RFC 2616:

10.5.4 503 Service Unavailable
The server is currently unable to handle the request due to a temporary overloading or maintenance of the server.

Das ganze kann man mit php sehr einfach erreichen, indem man den folgenden Code an den Anfang der Seite setzt:

header("HTTP/1.1 503 Service Temporarily Unavailable");
header("Retry-After: Tue, 25 Jan 2011 15:00:00 GMT");
header("Connection: Close");

Retry-After und Connection-Feld sind dabei optional. In ersterem kann man eine Info mitgeben, wann der Spider wieder vorbeischauen soll. Dabei ist entweder ein absolutes Datum möglich oder eine Angabe in Sekunden. Connection sorgt dafür, dass die Verbindung nicht als persitent angesehen werden soll.

Während man bei geplanten Ausfallzeiten das ganze sehr gut vorbereiten und implementieren kann empfiehlt Google den Statuscode 503 für weitere Probleme, die sich nicht so leicht vorhersehen lassen, etwa Serverausfälle, Bandbreitenüberschreitungen oder auch Baustellenseiten. In jedem Fall empfiehlt es sich aber, die Seite darüber hinaus noch zu gestalten, um dem menschlichen Besucher eine Information zukommen zu lassen, was der Grund für den Ausfall ist und bis wann damit gerechnet werden kann, dass wieder alles funktioniert.

Denn außer der Information „geht nicht” transportieren solche Standardseiten normalerweise keine brauchbaren Informationen für den Besucher, wie man heute schön sieht, wenn man Teuxdeux aufruft:

Im Vergleich dazu noch unsere 503-Seite, die wir im vergangenen Jahr geschaltet haben, als Hetzner unseren Server auf einen Laster geladen und von Bayern nach Sachsen transportiert hat:

Kleiner Bewerber-Knigge

Jeder hat sicherlich mal so einen „Wie bewerbe ich mich richtig”-Kurs durchlaufen. Ich weiß nicht, was da heutzutage gelehrt wird, aber ich hätte da ein paar Dinge, auf die Dozenten hinweisen sollten:

Form

ACHTUNG: Es werden ausschließlich Bewerbungen per E-Mail berücksichtigt

Es ist mir unklar, was man daran falsch verstehen könnte, aber es heißt: Wir wollen weder eine Bewerbung auf toten Bäumen per Post haben noch ist es in unserem Interesse, dass man seine ausgedruckten Bewerbungsunterlagen persönlich bei uns vorbeibringt.

Anhänge

Meine Bewerbungsunterlagen fügen ich Ihnen als Anlage bei.

Diesen Worten sollte man Taten folgen lassen. Unbedingt.

EDV-Kentnisse

Das heißt nicht, dass wir hier ein abgeschlossenes Informatikstudium sehen wollen. Ein gescanntes Anschreiben und ein gescannter Lebenslauf lassen aber nicht den Eindruck entstehen, dass man die Anforderungen unbedingt erfüllen könnte. Und nur weil man ein VHS-Zertifikat in Tabellenkalkulation vorweisen kann ist es keine wirklich gute Idee, Lebenslauf und Anschreiben als Excel-Dokumente zu schicken! Überhaupt, die Dateiformate. Kein Word, kein Excel, kein Open Office oder sonstiges Zeug! PDF! Wer nicht in der Lage ist, ein PDF seines in Word geschriebenen Anschreibens zu erzeugen ist definitiv fehl am Platz!

Internetaffinität

Zitate aus einer E-Mail:

Ich bin mit dem Internet vertraut.

Ist der Arbeitsplatz weit vom Bahnhof entfernt?

In der Stellenausschreibung steht unsere Postadresse. Die Postadresse des Bahnhofs ausfindig zu machen und mit diesen beiden Informationen dann zu ermitteln, wie weit beide voneinander entfernt sind, sollte für jemanden, der mit dem Internet vertraut ist, zu einer der leichtesten Aufgaben gehören.

Seriösität

Das gilt eigentlich für alles. Aber für Bewerbungen noch einmal doppelt: Comic Sans ist keine Schriftart, die in Bewerbungen irgendeine Berechtigung hat. Und ja, hier sind Bewerbungen aufgeschlagen, bei denen sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf komplett in Comic Sans geschrieben sind!
Auch nicht seriös sind diverse E-Mail-Adressen. @aol.com steht ganz oben auf der Liste, @hotmail.com ist nicht unbedingt besser.

Betreff

Bewerbung mag ein angebrachter Betreff für einen selbst sein. Wenn man aber mehrere Ausschreibungen laufen hat wäre es auf Empfängerseite schon gut zu wissen, auf welche Stelle man sich bewirbt, ohne vorher die E-Mail oder im Extremfall das Anschreiben lesen zu müssen.

Individualität

Ihre Stellenausschreibung vom 17.01.2011 bei der Bundesagentur für Arbeit
Sekretär/in

Das wäre in Ordnung, wenn es sich bei der ausgeschriebenen Stelle um einen Sekretariatsjob handeln würde. Tut es aber nicht.

Sehr geehrte Frau Herr Dingelskirchen,

Besser mal ne doppelte Anrede, da kann man wenigstens nichts falsch machen.

Mir schon klar, dass Bewerbungen im Dutzend günstiger sind. Wenn man das aber dann so handhabt sollte man seine Serienbrieffunktion im Griff haben. Alles andere legt den Schluss nahe, dass es mit den EDV-Kenntnissen dann doch nicht so weit her ist.


Wird bei Bedarf erweitert…

Reichelt weiß, wie’s geht

Ich bestelle ja gern bei Reichelt. Nicht, weil der Shop sonderlich hübsch oder besonders gut benutzbar ist, eher das Gegenteil ist der Fall, sondern weil die Preise gut sind und die Ware schnell ausgeliefert wird.

Beim Aufräumen fiel mir jetzt ein alter Gutschein über 10 Euro in die Hände. Passend, da ich eh bestellen wollte. Geht um Strom sparen und so, mehr dazu in Kürze auf blogpotato.de. Da sich im ganzen Checkout-Prozess kein Feld findet, in das man die Gutscheinnummer eintragen könnte habe ich kurzerhand ins Kommentarfeld geschrieben, man möchte mir doch bitte den Gutschein mit der Nummer #123456 mit dieser Bestellung verrechnen.

Heute morgen finde ich dann in meinem Postfach eine E-Mail mit dem vielsagenden Betreff ‘Reichelt Mail-Service’. Und darin heißt es wörtlich:

Gutscheine benötigen wir im Original! Schicken Sie uns
diese bitte per Post (Reichelt Elektronik, Elektronikring 1,
26452 Sande) zu

Bitte beachten Sie außerdem folgendes:
– Die Ware wird erst NACH Eingang Ihrer Antwort an Sie versendet.
– Sie bekommen auf Ihre Antwort von uns KEINE Bestätigungmail.
– Wenn Sie sich auf unsere Anfrage nicht melden, wird Ihre Bestellung
nach 1 Woche automatisch aus unserem System entfernt.

Entschuldigung? Da hab ich mich wohl verhört, oder? Jedes popelige Open-Source-Shopsystem ist in der Lage, Gutscheincodes direkt im Bestellprozess entgegenzunehmen und zu validieren. Jeder Wohnzimmerversender kann folglich ein funktionierendes und für den Kunden leicht benutzbares Gutscheinsystem implementieren, nur Reichelt schafft das nicht?
Mir schon klar, warum das so ist, wenn ich mir die Gutscheinnummer so anschaue. Die ist wohl einfach fortlaufend. Aber die Lösung kann ja wohl nicht sein, dass ich mir ein Kuvert (1,99€ und neun Stück, für die ich keine Verwendung habe) und dazu eine Briefmarke (0,55€, gibt’s zum Glück einzeln) kaufen muss. Da gehen ja schon allein 25% des Gutscheinwertes für unnötige Ausgaben drauf! Darüber hinaus will das ganze eingetütet und zur Post gebracht werden. Und dann darf ich auch noch auf meine Bestellung warten, bis der Gutschein bei Reichelt eingetroffen ist und verbucht wurde!

So kann man natürlich auch die Kundschaft effektiv davon abhalten, Gutscheine einzulösen. Das Geld hat man ja schon kassiert. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

So geht Support, 1&1!

Geht eigentlich gar nicht um 1&1, sondern um Spreadshirt. Aber vielleicht mag man sich in Montbaur mal ein paar Sachen dort abgucken, nachdem das letzte Erlebnis mit dem 1&1-Support wieder unterirdisch schlecht war.

Ich mach mir ja ab und zu selber T-Shirts. In meiner Gewichtsklasse gibt es nicht immer unbedingt alles, also muss man hin und wieder selber ran. Das mache ich gerne bei Spreadshirt, die sind zwar in Sachen Übergrößen nicht unbedingt die billigsten, aber es geht schnell und einfach und die Qualität ist auch gut.
Spreadshirt hat jetzt auf ein neues, umweltschonenderes Druckverfahren umgestellt. Als direkte Folge davon riechen die Shirts leicht nach Essig, daher soll man sie vor dem ersten Tragen waschen. Ich kann bestätigen, dass dadurch der Geruch rausgeht. Der Druck, zumindest in meinem Fall, aber auch. Vom eigentlichen Logo waren nach dem ersten Waschen nur noch ein paar wenige Fragmente zu sehen, das T-Shirt war also nahezu weiß.

Ich habe also an den Support geschrieben und hatte direkt am nächsten Tag eine Antwort, der man sofort anmerkte, dass sie nicht aus der Textbausteinsammlung zusammengeklickt wurde. So wurde unter anderem auf das Problem eingegangen, dass man das Motiv nicht mehr nachdrucken könne, weil es bereits wieder gelöscht worden sei.
Ja, ich hatte da ein vorhandenes Logo leicht verfremdet und das Legal-Department von Spreadshirt hat das gemerkt und das Motiv gelöscht. In der Folge entwickelte sich eine unterhaltsame E-Mail-Konversation, immer mit dem selben Supportmitarbeiter, wobei es mir primär darum ging, das Motiv noch einmal hochzuladen, ohne dass die Sheriffs vom Legal-Department gleich wieder losreiten würden. Klappte natürlich nicht, trotzdem wurden meine Anfragen immer freundlich, schnell und vor allem individuell beantwortet.


Wir halten fest: Auch wenn ich mich nicht in allen Punkten durchsetzen konnte, hatte ich doch im gesamten Verlauf den Eindruck, wie ein Kunde behandelt zu werden. Und nicht wie ein Bittsteller, wie das bei 1&1 der Fall ist.

Support geht anders, 1&1!

Wegen den Problemen mit dem 1&1-Zertifikat, das neuerdings ein, oder genauer gesagt zwei, Zwischenzertifikat(e) erfordert, habe ich mich an den 1&1-Support gewandt. Schließlich bietet man sich ja nachgerade an:

Für Rückfragen zu diesem Vorgang stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich habe natürlich die Anleitung von Geotrust vorher nicht durchgelesen, schließlich gab es von 1&1 keinerlei Hinweise darauf, dass sich am Zertifikat irgendwas geändert hätte. Trotzdem habe ich direkt in der ersten Mail darauf hingewiesen, dass ich die Leistung gerne so hätte wie die vergangenen Jahre (also ohne Zwischenzertifikat), die Fehlermeldung war sehr eindeutig in diese Richtung gehend:

Dieses Zertifikat wurde von einer unbekannten Instanz signiert.

Das ganze als Anhang an die Mail gepackt und ab damit.

Erste Antwort vom Support nach zwei Tagen, es wäre kein Anhang an meiner Mail dran. Also schicke ich den Screenshot erneut. Zweite Antwort, anderer Supportmitarbeiter: Den Screenshot hätte ich doch bereits bei meiner ersten Mail geschickt. Aber vielleicht könnte ich grade mal erzählen, was ich mache. Klar, kann ich:

Nun, wie gehe ich vor? Ich gehe so vor wie die letzten 4 Jahre: Ich rufe Plesk 8.0.1 auf, klicke auf Server, klicke auf Zertifikate, wähle den Eintrag für zertifikat.domain.de, lade das Zertifikat als Text im Feld ‘Zertifikat’ hoch – und sehe mich seit diesem Jahr mit einen Zertifikatsfehler konfrontiert.

Was kommt als Antwort vom mittlerweile dritten Supportmitarbeiter? Ich solle doch bitte beschreiben, wie man den Fehler nachvollziehen könne. Leicht in Rage kopiere ich noch einmal obige Schritt-für-Schritt-Anleitung und frage höflich nach, welchen Teil man davon bei 1&1 nicht verstanden hätte. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten (nur drei Tage): Problem nicht nachvollziehbar, da ich ja auf der Domain wieder das alte Zertifikat aktiviert hätte. Case closed.


Wir halten also fest:

  • 1&1 hat sieben Tage gebraucht, um den Supportcall ohne Lösung zu schließen
  • Auf die Tatsache, dass ein Zwischenzertifikat erforderlich ist, ist niemand eingegangen
  • Vier verschiedene Supportler haben mir geantwortet – bei insgesamt vier E-Mails seitens 1&1
  • 1&1 erwartet anscheinend allen Ernstes, dass ich im Weihnachtsgeschäft in einer Live-Umgebung ein ungültiges Zertifikat benutze, damit der Support den Fall nachvollziehen kann

Fazit: Setzen, sechs. So in etwa ist auch das Feedback auf die „Waren sie zufrieden”-Mail ausgefallen, die interessanterweise kam, bevor der Fall von 1&1 eigenmächtig als erledigt abgehakt wurde. Ich glaube aber nicht, dass das jemand dort liest. Auch nicht Marcel D’Avis.